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Warum Trainingszonen im Schwimmen entscheidend sind

Im Schwimmtraining ist es essenziell, die richtigen Intensitätsbereiche – sogenannte Trainingszonen – zu nutzen, um gezielt an Ausdauer, Technik, Schnelligkeit oder Laktattoleranz zu arbeiten.
Doch was bedeuten diese Zonen genau? Wie lassen sich die passenden Tempi dafür berechnen? Und wie passt das Konzept der Critical Swim Speed (CSS) als moderner Leistungsparameter in dieses System?

In diesem Beitrag erkläre ich dir, wie du basierend auf deiner 50-m- oder 100-m-Zeit deine Schwimmzonen berechnest, wie sie sich auf deinen Trainingsaufbau auswirken und wie du den CSS-Wert praktisch nutzt.


📐 Berechnung der Trainingszonen über Basiszeit oder CSS

Wenn du regelmässig schwimmst, kennst du wahrscheinlich deine durchschnittliche 50-m- oder 100-m-Zeit. Diese Zeit bildet die Grundlage zur Berechnung deiner Trainingszonen.

Wissenschaftlicher und genauer Berechnet wird es über Critical Swim Zones

💡 Die Erklärung und Beschreibung sowie der Vergleich Basiszeit zu CSS (Critical Swim Speed) findest du weiter unten im Text


📊 Berechne deine präzisen Trainingszonen im Schwimmen

Swim Zones Calculator Pro

Du kannst entweder mit einer Basiszeit (50/100 m) oder per CSS rechnen. CSS kann aus 200 m & 400 m via Formel (t400 − t200)/2 oder als direkte CSS (Sekunden/100 m) eingegeben werden.

Open‑Water Zuschlag korrigiert Navigation/Wellen/Startfeld (typisch 2–8 %). Ermüdungsfaktor pro 100 m modelliert die progressive Verlangsamung über die Distanz.

Pace und Schwimmzonen Berechnung

CSS‑Test Eingabe


Distanzberechnung & Trainingszonen

Intensitäts‑Anpassungen je Distanz (empfohlen, editierbar)

Empfehlungen: 500 m −3%, 750 m −1%, 1500 m +3%, 1900 m +5%, 3800 m +8%.


👉Berechnungsbeispiel

In diesem Beispiel gehe ich davon aus, dass deine Basiszeit etwa 1:30 Minuten auf 100 m beträgt.

Darauf basierend lassen sich die Zonen so definieren:

ZoneZielTempo (100 m)Beschreibung
Zone 1Regeneration / Technik1:40–1:50 minSehr lockeres Schwimmen, Fokus auf Technik, Wassergefühl, Erholung
Zone 2Grundlagenausdauer (GA1)1:30 minLockeres, aerobes Tempo. Grundlage des Ausdauertrainings
Zone 3Grundlagenausdauer (GA2)1:22–1:25 minZügig, aber noch kontrolliert. Verbesserung der VO₂max ohne Überlastung
Zone 4Schwelle / Laktat-Toleranzca. 1:18 minIntensiv, aber über längere Distanzen haltbar. Nahe der anaeroben Schwelle
Zone 5aAnaerobe Intervalle (VO₂max)ca. 1:14–1:16 minSehr intensiv, kurze Wiederholungen mit längerer Pause
Zone 5bSprint / Explosivkraftca. 1:08–1:10 minMaximalleistung, sehr kurze Intervalle (25–50 m), volle Intensität

🔢 Wie kommen diese Zahlen zustande?

Die Einteilung basiert auf physiologischen Prinzipien, die sich über Jahrzehnte in der Trainingslehre etabliert haben.
Typisch ist folgende Einteilung (Werte leicht variabel je nach Literaturquelle und individueller Leistungsfähigkeit):

  • Zone 1: +10–20 % langsamer als GA1 (Zone 2)
  • Zone 2: Referenz-Zeit → aerober Dauerbereich
  • Zone 3: 5–8 % schneller als Zone 2
  • Zone 4: 10–12 % schneller als Zone 2
  • Zone 5a–5b: 15–25 % schneller als Zone 2

Die Berechnung erfolgt über einfache Prozentabweichung von der Referenzzeit (hier 1:30 min / 100 m). Dabei gilt:

  • +10 % langsamer = 1:39 min
  • –10 % schneller = 1:21 min
    usw.

👉 Wenn du deine Referenzzeit über einen realen Test (z. B. 1000 m Dauerschwimmen) bestimmst, kannst du deine persönlichen Zonen noch präziser definieren.


🧪 Was ist Critical Swim Speed (CSS)?

Der Critical Swim Speed (CSS) ist ein wissenschaftlich fundierter Leistungswert, der dem aeroben Schwellenwert entspricht – also der maximalen Geschwindigkeit, die du über längere Zeit (20–30 Minuten) gerade noch aufrechterhalten kannst, ohne dass der Laktatspiegel deutlich ansteigt.

🔍 CSS ist damit die Schwimmversion der anaeroben Schwelle.


📏 Wie wird CSS berechnet?

Die gebräuchlichste Methode ist folgender 2-Test-Ansatz:

🧪 CSS-Test:

  1. 400-m-Zeit schwimmen (volle Belastung)
  2. 200-m-Zeit schwimmen (volle Belastung)
    → beide Tests möglichst am selben Tag, mit ca. 20 min aktiver Erholung dazwischen

Formel:

CSS (m/s) = (400 m – 200 m) / (Zeit_400 – Zeit_200)

→ Umrechnen in Tempo pro 100 m ergibt dann die persönliche CSS-Pace.

📌 Beispiel CSS-Rechnung:

  • 400 m in 6:00 min
  • 200 m in 2:50 min
Distanzunterschied: 200 m
Zeitunterschied: 3:10 = 190 Sek.

CSS = 200 / 190 = 1,05 m/s
Tempo = 100 m / 1,05 = **95,2 Sek. ≈ 1:35 min / 100 m**

👉 Das wäre dann deine CSS-Zeit. Diese entspricht deinem Tempo in Zone 3–4, also deinem „Dauer-Wettkampf“-Pace (z. B. für 1500–3000 m Distanzen).


🧩 Vergleich: Zonen vs. CSS

ZoneTempo (Beispiel)CSS-Bezug
Zone 11:40–1:50 / 100 mdeutlich unter CSS – Regeneration
Zone 21:30 / 100 mleicht unter CSS – Grundlage
Zone 31:22–1:25 / 100 mnahe oder leicht über CSS
Zone 41:18 / 100 moberhalb CSS – anaerobe Schwelle
Zone 51:08–1:16 / 100 mweit über CSS – Maximalbereiche

➡️ CSS liegt also typischerweise zwischen Zone 2 und Zone 4, je nach Leistungsniveau und Zielsetzung.


Warum du deine Schwimmzonen kennen solltest

Die richtige Nutzung deiner individuellen Schwimmzonen – insbesondere unter Berücksichtigung deines CSS – ermöglicht:

  • Gezieltes, effektives Training
  • Vermeidung von Übertraining
  • Messbare Fortschritte durch strukturierte Belastung
  • Verbesserung von Tempo, Ausdauer und Technik

Für ambitionierte Schwimmerinnen, Triathletinnen und Coaches ist die Kombination aus Zonen-Modell und CSS-Wert ein unverzichtbares Werkzeug zur Trainingssteuerung.

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