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90 bis 120 Minuten Berg-Ausdauer & Sweet Spot im Wasser


Dieses verlängerte Aqua Jogging Programm im tiefen Wasser ist speziell für Ausdauer-Athlet:innen konzipiert, die ihre Herz-Kreislauf-Leistungsfähigkeit und bergspezifische Kraftausdauer verbessern wollen – ohne die Gelenke zu belasten. Die Dauer von bis zu zwei Stunden ermöglicht Dir ein nachhaltiges Training im aeroben bis Sweet Spot-Bereich (ca. 85–93 % HF-Schwelle), mit simulierten Bergreizen durch gezielte Bewegungsausführungen gegen den Wasserwiderstand.

Das Training eignet sich für:

  • Trailrunner:innen und Bergläufer:innen, die lange, hügelige Belastungen simulieren möchten.
  • Triathlet:innen (MD/LD), die alternative Longruns oder Bike-Einheiten absolvieren möchten.
  • Läufer:innen in Reha oder mit Verletzungsanfälligkeit, da es intensives Ausdauertraining ohne Stoßbelastung ermöglicht.

Das Wasser wirkt dabei als kombiniertes Widerstands-, Koordinations- und Stabilisationsmedium, was zu einem äusserst effektiven Ganzkörpertraining führt – besonders für Hüfte, Gesäss, Rumpf und Beine (vgl. Pöyhönen & Avela, 2002).


Trainingsstruktur

1. Warm-up (15–20 Minuten)

  • Locker Joggen im tiefen Wasser (10 Min)
    Geringe Intensität (~60 % HF-Schwelle), um Körper und Kreislauf zu aktivieren.
  • Dynamische Mobilisation (5–10 Min)
    Beinpendel, Hüftkreisen, seitliche Ausfallschritte, Armrotation.
    Ziel: Gelenkmobilität & Aktivierung der stabilisierenden Muskulatur.

2. Hauptteil (60–80 Minuten)

Block 1 – Sweet Spot Intervalle (30 Minuten)

  • 6 Min SST-Intensität (88–92 % HF-Schwelle) mit je 2 Min lockerem Joggen dazwischen
    Ziel: Verbesserung der VO2max-nahen Belastungsverträglichkeit, Ökonomisierung des Sauerstoffverbrauchs (Seiler et al., 2007).

Block 2 – Berg-Simulation & Kraftausdauer (20–25 Minuten)

  • 10 Minuten High Knees mit Widerstandsband (z. B. Miniband an den Knöcheln):
    Betonung auf explosivem Kniestoß, aufrechter Rumpf
  • 10 Minuten Power March (große, kraftvolle Schritte, Arme aktiv mitführen)
  • 5 Minuten Side Steps gegen den Wasserwiderstand (tiefe Schrittposition halten)
    Ziel: Simuliert bergauf- und quergängige Belastungen, aktiviert Gluteus, Hüftbeuger und Core.

Block 3 – Technik & Koordination (10–15 Minuten)

  • Skippings im Wasser (schnelle kleine Schritte)
  • Einbeinige Laufbewegung im Wechsel
  • Rumpfstabilisierende „Laufbewegung“ mit Händen über Kopf
    Ziel: Verbesserung der Laufökonomie & neuromuskulären Koordination.

Block 4 – Low-Impact Long Jog (10–15 Minuten)

  • Konstantes, gleichmäßiges Joggen bei 80–85 % HF-Schwelle
    Ziel: Simulation eines langen Dauerlaufs unter Wasser, aerober Reiz, Grundlagenausdauer.

3. Cool-down (10–15 Minuten)

  • 5–8 Minuten lockeres Ausjoggen im Wasser
  • 3–5 Minuten Stretching im Wasser (Hüftbeuger, Gluteus, Waden, Oberschenkel, Rücken)
    Ziel: Herzfrequenz beruhigen, Mobilität erhalten, muskuläre Regeneration einleiten.

Wissenschaftlicher Hintergrund & Nutzen

Sweet Spot Training ist bekannt als hocheffizienter Trainingsbereich für Ausdauersportarten. Studien zeigen, dass 88–93 % der Schwellenleistung eine optimale Balance aus Intensität und Regenerationsfähigkeit bieten (Seiler & Tønnessen, 2009). Kombiniert mit bergspezifischen Bewegungsmustern (große Schritte, Kniehub, seitliche Schritte) im Wasser, entsteht ein ganzheitliches Training für Läufer und Triathlet:innen, das Kraft, Koordination und Ausdauer gleichzeitig fördert.

Insbesondere für Athlet:innen mit Gelenkproblemen, in Regenerationsphasen oder bei hoher Trainingsbelastung ist Aqua Jogging eine hervorragende Ergänzung oder Alternative zu klassischen Longruns oder Hügelintervallen.


Für welche Zielgruppen besonders geeignet?

  • Trailrunner & Bergläufer: Simulation von Uphill-Belastungen ohne Muskeltrauma
  • Triathlet:innen (MD & LD): Gelenkschonender Ersatz für lange Koppelläufe oder Bike-Einheiten
  • Marathonläufer:innen: Zur gezielten Schwellenbelastung im Langzeitausdauerbereich
  • Athlet:innen mit Sehnenreizungen oder Verletzungen: Ausdaueraufbau trotz Einschränkungen
  • Masters-Athleten (Ü40): Schutz des Bewegungsapparats bei gleichzeitig hoher Trainingswirkung

Workout Guide – Für Beckenrand oder Trainingsblatt

PhaseDauerIntensität (% HF-Schwelle)Übung / FokusZiel/Nutzen
Warm-up15–20 Min60 %Locker joggen + MobilisationKreislauf aktivieren, Mobilität verbessern
SST-Intervalle30 Min88–92 % / 70–75 %4×6 Min Sweet Spot / 2 Min lockerSchwellenleistung, Laktattoleranz, Ökonomie
Berg-Simulation20–25 Min80–90 %High Knees, Power March, Side StepsKraftausdauer, Hüfte & Gesäß, Koordination
Technik & Koordination10–15 Min75–85 %Skippings, Einbeinlauf, Arme obenNeuromuskuläre Effizienz, Stabilität
Long Jog Phase10–15 Min80–85 %Gleichmäßiges DauerlaufenAerobe Ausdauer, Fettstoffwechsel
Cool-down10–15 Min60–65 %Locker joggen & StretchingRegeneration, Entspannung

Das beste aus zwei Welten: SST und Bergsimulation

Dieses 90–120-minütige Aqua Jogging Training vereint das Beste aus zwei Welten: die physiologische Effektivität von Sweet Spot Training mit der funktionellen, gelenkschonenden Simulation von Bergläufen. Ob als Aufbau für die nächste Trail-Saison, zur Verletzungsprophylaxe oder als alternativer Longrun – dieses Training ist ein starker Baustein in einem professionellen Ausdauertraining.

Wenn Du regelmässig Aqua-Sessions wie diese in Deinen Trainingszyklus einbaust, wirst Du nicht nur Deine Ausdauer verbessern, sondern auch ökonomischer, kräftiger und stabiler laufen – mit geringerem Verletzungsrisiko.

Viel Spass beim Training – und bleib in Bewegung, auch im Wasser!


Quellen:

  • Seiler, S., & Tønnessen, E. (2009). Intervals, Thresholds, and Long Slow Distance: the Role of Intensity and Duration in Endurance Training. Sportscience.
  • Pöyhönen, T., & Avela, J. (2002). Effect of head-out water immersion on neuromuscular function of the lower limbs. Aviation, Space, and Environmental Medicine.
  • Risch, L. et al. (2015). Deep-water running: muscle activation and cardiorespiratory response. European Journal of Sport Science.

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